Anti-Aging Medizin

Die Anti-Aging Medizin ist eine in den USA seit Jahren anerkannt und praktizierte, wissenschaftliche Disziplin, mit dem Ziel, vorzeitige Alterungsprozesse beim Menschen zu verzögern oder aufzuhalten. Das bedeutet, gesundheitliche Risiken zu erkennen und eine optimale körperliche und geistige Leistungsfähigkeit herzustellen. Die klassische Medizin behandelt derzeit hauptsächlich Erkrankungen, die entweder akut entstanden sind oder nach schleichender Entwicklung plötzlich mit zunehmendem Lebensalter auftreten und Beschwerden verursachen. Die Anti-Aging Medizin schreitet jedoch schon Jahre oder Jahrzehnte davor ein, um die Entwicklung solcher chronischen Erkrankungen günstig zu beeinflussen.

Arten des Alterns

Altern durch Lebensstil

Genetisches Altern

Unsere Eltern können wir uns nicht aussuchen, wohl aber die vererbten Gesundheitsrisiken wie Fettstoffwechselstörungen, Zuckerstoffwechselstörungen etc.

Biochemisches Altern

Die mit Grundprozessen des Lebens zusammenhängenden Störpotenziale wie die Bildung von freien Radikalen, die Vernetzung von Glucose und Proteinen oder eine reaktive Entzündung, führen zu einer Störung unseres Organismus. Hier gilt es, die körpereigenen Reparaturmechanismen zu stärken.

Hormonelles Altern

Der kontinuierliche Abfall vieler Hormone ab den zwanziger Lebensjahren führt zu einem Kapazitäts- und Funktionsverlust unserer Systeme. Wir welken und schrumpfen, sowohl körperlich als auch mental. Ein Hormonstatus prüft die Situation, die je nach genetischer Anlage und weiteren Alterungsrisiken individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann und kompetent interpretiert werden muss. Hier kann gezielt, altersangepasst und mit niedrigen individuellen Dosen, ergänzt werden.

Beratung

Zu einer Anti-Aging Beratung gehört eine entsprechend genaue Befragung zum Lebensstil (Ernährung, körperliche Aktivität, Genussmittel, Stress, psychosoziale Situation), Klärung des familiären Risikos sowie eine ausführliche Gesundheitsdiagnostik.

Therapie

Die Therapie besteht aus einer Kombination von individueller Ernährungsberatung, Sport und Fitnessberatung, speziellem Trainingsprogramm für das Gehirn und Stressmanagement, dem Verordnen von Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien sowie, je nach Befund, dem Verschreiben von Hormonen oder anderen Medikamenten.

Der Durchbruch der Anti-Aging Medizin erfolgte 1993 mit der Gründung der American Academy of Anti-Aging Medicine. Inzwischen wurde auch die Deutsche Gesellschaft für Anti-Aging Medizin (GSAAM) gegründet. Diese Gesellschaft bietet nun eine zertifizierte Ausbildung in allen Bereichen der Anti-Aging Medizin an. Derzeit ist die Ausbildung nur in Deutschland möglich, da in Österreich erst Gehversuche bezüglich Ausbildung und Ausbildungsstandards gemacht werden.

Dem Frauenarzt kommt außerdem in diesen Fachbereichen sein weitreichendes Wissen um Hormone und deren komplexe Wirkungen sehr zugute. Eine "Wunderkur" ist auch in der Anti-Aging Medizin nicht möglich. Es soll jedoch durch verschiedenste Maßnahmen ein gesundes, etwas verlangsamtes Altern ermöglicht werden. Das erklärt auch die Vielfalt der Beschwerden, aber auch die Vielzahl an therapeutischen Möglichkeiten.

Ernährung und Gewichtsreduktion

Viele bösartige Tumore (Brustkrebs, Gebärmutterhöhlenkrebs) sind bei übergewichtigen Frauen, durch die erhöhte Hormonaktivität des Fetts, deutlich häufiger zu finden. Auch wird durch eine Reduktion des Alkoholkonsums und eine erhöhte körperliche Aktivität die Brustkrebshäufigkeit ebenfalls reduziert.

Haut und Haare

Verschiedensten Formen des Haarausfalls sind zu einem sehr großen Teil hormonell bedingt und können oftmals gut behandelt werden. Ebenso lassen sich Altershautveränderungen durch lokale Hormongaben bessern.

Schlafen und Stimmung

Hier kann man durch Vitamine, Antioxidantien und Mikronährstoffe, aber auch durch verschiedene Hormone wie Melatonin und Serotonin-Vorstufen eine Besserung erzielen.

Figurveränderungen

In bestimmten Lebensphasen, etwa nach Schwangerschaften oder während des Wechsels, können hormonell bedingte Veränderungen auftreten, die durchaus korrigiert werden können.