Erkrankungen der Brust

Brustbeschwerden und Brusterkrankungen sind sehr häufig. Es ist normal, dass die Brüste vor der Regelblutung spannen, schmerzen und druckempfindlich werden können. Tastbare Knoten, die mit der Regelblutung verschwinden, sind meist harmlos.

Gutartige Brusterkrankungen

Fibroadenome treten häufig auf. Diese können durch eine Probenentnahme mit einer Stanze unter Ultraschallsicht in lokaler Betäubung feingeweblich untersucht werden. Die Entfernung erfolgt nach der individuellen Situation (Größe, Patientenwunsch etc.). Zysten in der Brust entstehen durch Verschluss und Ausweitung einzelner Milchgänge. Sie können unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Nadel punktiert werden. Die Zystenflüssigkeit wird dann untersucht.

Bösartige Brusterkrankungen

Risikofaktoren sind neben dem Alter ein früher Zeitpunkt der ersten Regelblutung, höheres Alter bei der ersten Geburt, später Beginn der Wechseljahre, Brustkrebs in der Verwandtschaft, Brustkrebs an der anderen Brust, andere bösartige Erkrankungen, Übergewicht und mangelnde Bewegung. Etwa jede 10. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Erkrankung selbst kann nicht verhindert werden, wohl aber kann die Erkrankung durch eine gute Vorsorge frühzeitig erkannt und behandelt werden. Aus diesem Grund ist die Selbstuntersuchung der Brust so überaus wichtig. Hier soll keine Diagnose gestellt werden, sondern lediglich eine Veränderung an der Brust festgestellt werden. Auch auf Hautveränderungen (Orangenhaut, Bluterguss ohne Stoß, Ausfluss aus der Brustwarze, neu aufgetretene Einziehungen an der Brustwarze, Entzündung usw.) können Hinweise auf eine darunter ablaufende bösartige Erkrankung sein. Zur Diagnosestellung stehen Mammographie (Röntgenuntersuchung) und Ultraschall zur Verfügung. Bei auffälligen Befunden kann gelegentlich eine Magnetresonanztomographie Klarheit schaffen. Meist ist es jedoch notwendig, eine Probenentnahme vorzunehmen, um eine Gewebsuntersuchung durchführen zu können. Diese ist mit einer Stanze unter Ultraschallsicht in lokaler Betäubung möglich, wenn der Herd mit Ultraschall gesehen werden kann. Bei kalkdichten Herden ist es unter Umständen möglich, mit dem Mammotom eine röntgenologisch gezielte Probenentnahme in lokaler Betäubung durchzuführen. Bei günstiger Lage kann eventuell sogar der gesamte Herd entfernt werden und so eine Operation überflüssig machen. Sollte aufgrund des Befundes eine Operation in Narkose notwendig sein, wird immer versucht, nur den Knoten zu entfernen und die Brust zu erhalten. Hierbei müssen dann durch einen zusätzlichen Schnitt die Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt werden, da dieser Befund sehr wichtig für die Festlegung einer eventuellen Nachbehandlung ist. Immer mehr wird versucht, dieses Vorgehen durch die Entfernung des Wächterlymphknotens (erster Lymphknoten nach dem Tumor) zu ersetzen und damit die Operation weniger belastend für die Patientin zu machen. Sollte es in seltenen Fällen trotzdem notwendig werden die gesamte Brust zu entfernen, so gibt es Möglichkeiten des sofortigen Aufbaus und der Rekonstruktion der Brust.

Nachbehandlung

Wenn die Brust erhalten werden kann, so ist immer eine Bestrahlung der Restbrust notwendig, abhängig von der Art des Tumors und der Lymphknotensituation kann eine Chemotherapie oder/und eine Antihormontherapie notwendig werden.

Insgesamt ist eine Brustkrebserkrankung bei frühzeitiger Diagnose und Therapie in einem Großteil der Fälle heilbar!