Zervixkarzinom

Muss man daran sterben?

In Kärnten erkrankten 2006 insgesamt 175 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, davon 133 an Frühformen. Noch immer versterben jährlich in Österreich etwa 200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Todesfälle durch diese Erkrankung wären in 95% der Fälle vermeidbar, wenn die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt würden.

Alle Frauen sollten zumindest jährlich, besser 1/2jährlich sich einem Krebsabstrich bei ihrem Frauenarzt unterziehen.

Beginnen sollten Frauen damit nach Aufnahme sexueller Kontakte, spätestens aber mit dem 18. Lebensjahr. Bei einer solchen Vorsorgeuntersuchung ist nicht nur der Abstrich abzunehmen, sondern es sollte auch der Muttermund mit einer Lupenbrille (Kolposkop) betrachtet werden. Um aussagekräftige Befunde zu erhalten, muss der Muttermund mit stark verdünnter Essigsäure betupft werden, denn nur dadurch sind Veränderungen entsprechend sichtbar zu machen. Bei entsprechend krankhaftem Abstrich und auffälligem Muttermundbefund kann durch eine Probeentnahme eine exakte Diagnose gestellt werden. Insgesamt zeigen sich diese Veränderungen am Übergang der Gebärmutterschleimhaut zum Überzug des Muttermundes und der Scheide im sogenannten Plattenepithel. Dieser Überzug besteht aus 4-5 Zellschichten. Abgetrennt werden diese Schichten vom tieferen Gewebe durch eine Basalmembran. Diese Basalmembran ist für die Prognose der Erkrankung von großer Bedeutung. Wird nämlich die Erkrankung vor dem Durchbrechen dieser Basalmembran erkannt und entfernt, besteht eine 100%ige Heilungsaussicht. Ist die Basalmembran durchbrochen, oder hat sich der Krebs schon auf die umliegenden Organe (Blase, Darm) ausgebreitet, nehmen die Heilungsaussichten rapide ab.

Beschwerden verursachen solche Veränderungen am Muttermund zuerst keine. Erst bei sehr ausgedehnten Veränderungen kann es zu Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, eventuell zu bräunlich-rötlichem Ausfluss oder Unterbauchbeschwerden kommen. Behandlung: Häufig reicht die Entfernung eines kleinen Muttermundsteiles in Vollnarkose oder auch in lokaler Betäubung mit einer elektrischen Schlinge aus. Zeigt sich dabei die Veränderung im gesamten entfernt und die Basalmembran intakt ist die Heilung 100 prozentig und keine weitere Behandlung notwendig. Lediglich anfänglich 3 monatige Kontrollabstrichuntersuchungen sollten durchgeführt werden. Ist die Veränderung unvollständig entfernt, kann der Rest nachträglich noch entfernt werden. Ist die Basalmembran durchbrochen, muss eine ausgedehntere Operation angeschlossen werden. Bei minimalen Durchbruch reicht vielleicht noch eine einfache Gebärmutterentfernung durch die Scheide aus, meisten müssen aber Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter, Halteapparat der Gebärmutter sowie die Lymphknoten entlang der Schlagader mittels Bauchschnitt entfernt werden. Neuerdings ist eine solche Operation unter bestimmten Bedingungen auch durch Bauchspiegelung möglich. Ob eventuell eine Strahlentherapie angeschlossen werden muss, hängt von der Ausgedehntheit des Befundes ab.

Zusammenfassend kann man sagen, dass regelmäßige Vorsorge das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu versterben, fast auf „NULL“ Prozent senken kann! Besonders im Zusammenspiel mit der neuen HPV Impfung!