Verhütung

Natürliche Methode

Die Eizelle der Frau ist 6 – 12 Stunden, die Samenzellen des Mannes 48 – 72 Stunden befruchtungsfähig. Somit sind es also 3 – 4 Tage im Monat, an denen es zu einer Schwangerschaft kommen kann. Diese sog. „fruchtbaren Tage“ können von der Frau selbst herausgefunden werden. Einerseits durch Selbstbeobachtung (Änderung des Ausflusses in Art und Menge), sowie durch einen einfachen Harnstreifentest. Dieser Test wird mit einem kleinen Computer ausgewertet.

Lokale Verhütungsmittel

Dazu zählen spermienabtötende Cremes, Schaumzäpfchen. Die Sicherheit ist nicht sehr hoch. Das Kondom hat zum Empfängnisschutz den Vorteil des Infektionsschutzes (Geschlechtskrankheiten, Aids). Das Femidom (Kondom f. die Frau) wird vom Frauenarzt angepasst, wird vor dem Verkehr eingelegt und muss mindestens 6 Stunden nach dem Verkehr liegen bleiben.

Hormonfreie Verhütungsmittel

Kupferspirale

Die Kupferspirale ist ein kleines T-förmiges Gebilde aus Kunststoff und Kupfer, das in die Gebärmutterhöhle eingelegt wird und im Durchschnitt 3 Jahre liegen bleiben kann. Regelmäßige Ultraschallkontrollen sollten zur Überprüfung der Lage durchgeführt werden. Regelblutung und Regelbeschwerden können damit zunehmen. Mehr...

Goldspirale

Die Goldspirale ist ähnlich der Kupferspirale, nur mit Gold-Kupferlegierung. Damit soll diese Spirale weniger Beschwerden verursachen und kann länger liegenbleiben. Mehr...

GyneFix®

Die GyneFix® Kupferkette ist eine flexible Kette mit Kupferkügelchen. Durch die flexible Form kommt es ebenfalls zur Reduktion eventueller Beschwerden. Mehr...

Intrauterinball

Der Intrauterinball ist eine flexible Kette mit Kupferkügelchen in Ballform, die nicht in der Gebärmutterwand verankert werden muss. Durch die flexible Form ist ebenfalls eine Reduktion eventueller Beschwerden zu erwarten. Mehr...

Alle hormonfreien Verhütungsmittel können auch in der Stillzeit angewendet werden.

Hormonelle Verhütungsmittel

Pille

Die Pille besteht aus einer Kombination von Östrogenen und Gelbkörperhormonen. Pillen gibt es in unterschiedlicher Dosierung und Zusammensetzung. Durch die richtige Pillenwahl lassen sich starke Regelblutungen, Zwischenblutungen aber auch unreine Haut positiv beeinflussen. Immer häufiger wird die Einnahme der Pille ohne Einnahmepause für 63 oder 84 Tage empfohlen, was speziell Patientinnen mit starken Regelbeschwerden eine deutliche Erleichterung bringen kann.

Pflaster und Ring

Das Pflaster ist eigentlich eine Pille, nur nicht zum Schlucken. Es wird für jeweils eine Woche ein Pflaster aufgeklebt, insgesamt wird das 3 Mal wiederholt. Die 4. Woche ist pflasterfrei, in dieser kommt die Blutung. Der Scheidenring wirkt ebenfalls wie die Pille. Er wird in die Scheide eingelegt und bleibt dort für 3 Wochen liegen. In der ringfreien Woche kommt dann die Blutung.

Gelbkörperhormon

Alle Verhütungsmethoden mit reinem Gelbkörperhormon führen zu einer Veränderung der Gebärmutterschleimhautdicke, damit zu einer Verhinderung der Einnistung und auch zur Reduktion von Blutungsstärke und Regelbeschwerden. Außerdem wird der Gebärmutterhalsschleim so verändert, dass die Samenzellen nicht in die Gebärmutterhöhle aufsteigen können. Es kommt dabei zur Reduktion der Blutungsstärke oder eventuell zum völligen sistieren der Blutung. Alle diese Methoden können auch in der Stillzeit angewendet werden.

Minipille

Die Minipille enthält ausschließlich Gelbkörperhormon und kann somit einerseits in der Stillzeit und andererseits von Patientinnen, die Östrogene schlecht vertragen, angewandt werden.

Hormonspirale

Die Hormonspirale enthält in ihrem dicken Anteil Gelbkörperhormon, das gleichmäßig an die Gebärmutterhöhle abgegeben wird. Es gibt eine Variante für 3 Jahre (Yadess) und eine für 5 Jahre (Mirena). Die Yadess ist besonders dünn und ist speziell für Frauen, die noch nicht geboren haben, geeignet. Mehr...

3-Monatsspritze

Bei der 3-Monatsspritze handelt es sich ebenfalls um ein Gelbkörperhormon, das alle 3 Monate verabreicht wird und ähnliche Veränderungen wie die Hormonspirale herbeiführt.

Implanon NXT®

Das Implanon NXT® ist ein etwa streichholzgroßes Kunststoffstäbchen, das auch Gelbkörperhormon freisetzt und unter die Haut des Oberarms eingelegt wird. Mehr...

Endgültige Methoden

Sterilisation

Eine Sterilisation bedeutet die Durchtrennung der Eileiter bei der Frau mittels Bauchspiegelung (Knopflochtechnik) in Vollnarkose. Dabei wird der Transportweg der Eizelle unterbrochen. Diese Methode ist endgültig und praktisch nicht rückgängig zu machen.

Vasektomie

Bei der Vasektomie handelt es sich um eine Durchtrennung der Samenleiter beim Mann. Dieser Eingriff wird in lokaler Betäubung durchgeführt und ist ebenso endgültig, lässt sich aber eventuell doch rückgängig machen. Es handelt sich dabei um den wesentlich kleineren und risikoärmeren Eingriff als eine Sterilisation bei der Frau. Die Samenflüssigkeit enthält nach einigen Wochen keine Samenzellen mehr.

Durch eine optimale frauenärztliche Beratung sollte jede Frau zu der für Sie besten Verhütung finden.