Kupferspirale

Hormonfreie Verhütung

Die Kupferspirale wird zur Verhütung in die Gebärmutter der Frau eingesetzt und kann dort für mehrere Jahre verbleiben. Die empfängnisverhütende Wirkung der Kupferspirale beginnt sofort nach deren Einlage. Kupferspiralen gibt es in verschiedenen Formen und Ausführungen. Sie bestehen aus einem Plastikkörper, der mit Kupferdraht umwickelt ist.

Die Kupferspirale zählt zu den Verhütungsmethoden ohne Hormone. Das natürliche hormonelle Gleichgewicht der Frau bleibt unberührt. Das Kupfer entfaltet seine verhütende Wirkung direkt in der Gebärmutter. Der natürliche Zyklus bleibt mit der Kupferspirale erhalten und wird nicht unterdrückt. Bei auftretendem Kinderwunsch ist eine Schwangerschaft direkt nach dem Entfernen der Kupferspirale wieder möglich.

Bekannte systemische Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmethoden durch den Einfluss der Hormone auf Körper und Psyche bleiben mit der Kupferspirale aus. Der natürliche körperliche Rhythmus bleibt intakt und es kommt nicht zur Beeinflussung der Stimmung, des Gewichts oder des Hautbildes.

Das Kupfer, welches durch die Kupferspirale in den weiblichen Körper abgegeben wird, ist im Normalfall nicht schädlich. Denn zum einen ist die Kupfermenge, die täglich über die Nahrung aufgenommen wird, weitaus größer als die, die von der Kupferspirale freigesetzt wird und zum anderen konnten in über 40 Jahren Erfahrungen mit der Kupferspirale als Verhütungsmethode keine schädigenden Einflüsse festgestellt werden. Zudem gilt die Gebärmutterschleimhaut als Kontaktmedium als weitaus unempfindlicher als Hautpartien an der Körperoberfläche. Das Kupfer gibt stetig Kupferionen ab, welche auf die Spermatozoen-Enzyme und die Gebärmutterschleimhaut spermizid wirken. Die daraus resultierende Störung der Spermien-Eizell-Interaktion verhindert eine Befruchtung. Man spricht im Zusammenhang mit der Wirkung der Kupferspirale auch vom mikrogalvanischen Effekt.

Kupferspirale

Aufgrund der Tatsache, dass die Kupferspirale in punkto Sicherheit nicht von der Zuverlässigkeit der Anwenderin abhängig ist, zeichnet sie sich als Verhütungsmittel durch eine hohe Sicherheit zur Verhütung einer Schwangerschaft aus. Einmal eingesetzt entfaltet die Kupferspirale ihre Wirkung und Sicherheit automatisch. Vergessen, eine falsche Anwendung, Wirkungsverlust durch Erbrechen oder Durchfall, sind ausgeschlossen, weshalb sich die Kupferspirale als Verhütungsmethode durch eine hohe Effektivität auszeichnet.

In den Bezeichnungen der unterschiedlichen Modelle der Kupferspirale findet sich häufig der Zusatz Mini oder Short. Die Bezeichnung Mini oder Short soll einen Hinweis auf die Gesamtgröße der Kupferspirale geben. Die Mini oder Short-Varianten der Kupferspirale sind für die Anwenderin mit kleiner Gebärmutter konstruiert.

Kupferspirale

Das Einsetzen einer Kupferspirale kann auch durchgeführt werden, um eine Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr im Nachhinein zu verhindern. Als Notfallverhütung zeichnen sich die Kupferspirale mit hoher Sicherheit aus. Um eine gute Wirksamkeit zu erlangen, sollte das Einsetzen als Verhütungsmethode im Nachhinein bis spätestens fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen. Direkt im Anschluss kann diese Verhütungsmethode je nach Modell für drei bis fünf Jahre fortgesetzt werden, sodass fortan ein langfristiger sicherer Verhütungsschutz besteht. Nach der Geburt sollte man ca. 3 Monate mit der Einlage warten.

Das Einsetzen der Spirale kann eventuell mit Schmerzen verbunden sein. Zuvor angewendete Medikamente zur zusätzlichen Weitung des Muttermundes oder eine Betäubung können schmerzlindernd wirken. Patientinnen mit großer Angst vor möglichen Schmerzen beim Einsetzen sollten sich über die Möglichkeit des Einsetzens unter Narkose informieren. Infektionen der Genitalorgane, zum Beispiel Eileiterentzündungen, kommen bei Frauen, die mit der Kupferspirale verhüten, per se nicht häufiger vor als bei Frauen, die andere Verhütungsmethoden anwenden. Die Expulsionsrate beträgt, wie bei allen intrauterinen Systemen, ca. 5%.

Kontraindikationen: Schwangerschaft, Gebärmutterfehlbildungen, Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, unklare genitale Blutungen;

Nach 4-12 Wochen sollte der Sitz der Spirale kontrolliert werden. Danach sind ½ jährliche Kontrollen sinnvoll.

Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen.