Tubargravidität

Bei einer Schwangerschaft nistet sich das befruchtete Ei in der Gebärmutter ein. In 1 % der Schwangerschaften liegt der Einnistungsort außerhalb der Gebärmutter, also im Eileiter, selten im Bereich des Eierstocks oder in der Bauchhöhle.

Entstehung

Der Eileiter verbindet Eierstock und Gebärmutter. Normalerweise erfolgt die Befruchtung nahe am Eierstock, das befruchtete Ei wandert dann durch den Eileiter Richtung Gebärmutterhöhle und nistet sich dort in der Schleimhaut ein. Wenn nun durch lokale Schädigung des Eileiters der Transport behindert wird, kann es zu einer fehlerhaften Einnistung kommen.

Gründe

Abgelaufene Unterleibsentzündungen, wie etwa Chlamydieninfektionen, können den Eileiter fast unpassierbar machen. Ebenso kann eine Endometriose am Eileiter (versprengte Gebärmutterschleimhaut) dazu führen. Vorangegangene Operationen im Unterleib wie Blinddarmentfernung, Operationen an Eileitern, Eierstöcken oder Gebärmutter (vorangegangene Eileiterschwangerschaft, Zystenentfernung, Myomentfernung). Auch Frauen, die mit einer Spirale verhüten, haben ein etwas erhöhtes Risiko für eine Eileiterschwangerschaft, da ja nur die Einnistung verhindert wird, und es häufiger zu lokalen Endzündungen kommt. Auch im Rahmen künstlicher Befruchtungen ist das Risiko etwas erhöht.

Diagnose

Typischerweise treten bei einer Eileiterschwangerschaft in der 6./7. Woche Unterbauchbeschwerden, teilweise krampfartig, auf, die sich vorerst in Ruhe bessern. Diese Beschwerden deuten auf eine innere Blutung aus der geplatzten Eileiterschwangerschaft hin. Zusätzlich zeigen sich Schmierblutungen. Da heute die Frauen meist bald nach dem Ausbleiben der Regelblutung den Frauenarzt aufsuchen, sollte es möglich sein, Eileiterschwangerschaften schon vor dem Auftreten von Beschwerden zu entdecken. Dies geschieht einerseits mit dem vaginalen Ultraschall und andererseits durch wiederholte Bestimmung des Schwangerschaftshormons.

Behandlung

Wenn nun der hochgradige Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft gestellt wird, muss eine Bauchspiegelung durchgeführt werden. Hierbei wird der betroffene Eileiter mit einer feinen elektrischen Nadel im Bereich der Schwangerschaft aufgeschnitten und das Schwangerschaftsgewebe entfernt. Nach einer exakten Blutstillung kann nun der Eileiter mit dünnen Fäden wieder genäht und wiederhergestellt werden. Nach etwa 8 Wochen kann eine Kontrastmitteldarstellung der Eileiter durchgeführt werden, um so Aufschluss über den Zustand des operierten Eileiters, aber auch über den zweiten Eileiter zu erhalten.