Hormonspirale

Hormonelle Verhütung

Die Hormonspirale hat die Form eines T und ist aus flexiblem Kunststoff. Der senkrechte Stab trägt einen Zylinder, in dem das Homon Levenorgestrel enthalten ist. Die Hormonspirale bewirkt, dass der Schleim im Gebärmutterhals dickflüssiger wird. Die Spermien können so nicht in die Gebärmutter bzw. zum Ei vordringen. Außerdem bildet sich die Gebärmutterschleimhaut stark zurück, da das Gestagen kontinuierlich direkt vor Ort abgegeben wird. Falls vereinzelt Spermien doch ans Ziel gelangen und eine Eizelle befruchtet wird, kann diese sich nicht in der Gebärmutter einnisten. Das Gestagen verhindert aber nicht den Eisprung.

Es gibt zwei Ausführungen: eine kleinere Hormonspirale mit 13,5 Milligramm Levonorgestrel, die maximal drei Jahre wirkt (Yaydess ®) und eine größere mit 52 Milligramm Levonorgestrel (Mirena®), die bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter wirksam ist. Die Hormonspirale ist für Frauen geeignet, die langfristig verhüten möchten. Einnahmefehler sind ausgeschlossen.

Die höher dosierte Hormonspirale (Mirena®) gilt als besonders geeignet für Frauen, die starke Monatsblutungen haben. Bei der Endometriose , die häufig schmerzhafte Regelblutungen und auch Schmerzen beim Verkehr verursacht, kann diese Hormonspirale als Behandlungs- und Verhütungsoption infrage kommen.

Hormonspirale

Für Frauen, die noch nicht geboren haben, bietet die kleine Hormonspirale (Jaydess®) eine neue Möglichkeit Verhütung und Schmerzbekämpfung zu kombinieren. Die Hormonspirale kann auch bei bestimmten Gerinnungsstörungen als Verhütungsmittel zum Einsatz kommen. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wie sie bei der Pille vorkommen können, sind bei der Hormonspirale nicht bekannt oder werden als nicht bedeutend eingeschätzt, da das freigesetzte Gestagen ganz überwiegend nur örtlich wirkt.

Wie bei allen hormonellen Verhütungsmitteln, insgesamt aber deutlich seltener berichten Frauen über Nebenwirkungen, etwa Brustspannen, Kopfschmerzen, Gewichtsveränderungen, depressive Verstimmungen, Akne und Libidoverlust. Dies gilt besonders für die erste Zeit nach dem Einlegen. Anfangs können mitunter vermehrt Schmierblutungen, verstärkte Monatsblutungen oder Zwischenblutungen auftreten. Sogenannte funktionelle Zysten des Eierstocks entwickeln sich bei etwa jeder zehnten Anwenderin der Hormonspirale. Meist machen diese keine Beschwerden, leichte Bauchschmerzen sind eher die Ausnahme. Häufig verschwinden solche Zysten nach zwei, drei Monaten wieder von selbst. Infektionen der Genitalorgane, zum Beispiel Eileiterentzündungen, kommen bei Frauen, die mit einer Hormonspirale verhüten, per se nicht häufiger vor als bei Frauen, die andere Verhütungsmethoden anwenden.

Das Einsetzen der Hormonspirale kann eventuell mit Schmerzen verbunden sein. Zuvor angewendete Medikamente zur zusätzlichen Weitung des Muttermundes oder eine Betäubung können schmerzlindernd wirken. Patientinnen mit großer Angst vor möglichen Schmerzen beim Einsetzen sollten sich über die Möglichkeit des Einsetzens unter Narkose informieren. Die Expulsionsrate beträgt, wie bei allen intrauterinen Systemen, ca. 5%.

Kontraindikationen: Schwangerschaft, Gebärmutterfehlbildungen, Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, unklare genitale Blutungen, bestimmte Lebererkrankungen, Gerinnungsstörungen;

Nach 4-12 Wochen sollte der Sitz der Hormonspirale kontrolliert werden. Danach sind ½ jährliche Kontrollen sinnvoll.

Die Kosten für die Hormonspirale werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen.