Vorsorge in der Schwangerschaft

Ist ein gesundes Kind selbstverständlich?

Schenkt man den neuesten Statistiken Glauben, so zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Mutterkindpassuntersuchungen. Mit diesem Artikel soll aufgezeigt werden, wie wichtig eine umfassende Vorsorge während der Schwangerschaft ist, aber auch, was nach neuesten Erkenntnissen zusätzlich möglich und sinnvoll wäre.

Erstuntersuchung

Nach Ausbleiben der Regelblutung sollte die erste Untersuchung beim Frauenarzt durchgeführt werden. Sinn dieser Untersuchung ist die exakte Festlegung des Schwangerschaftsalters mittels Ultraschall. Diese Untersuchung muss wiederholt werden bis eindeutig die Schwangerschaft in der Gebärmutter gesehen wird und so eine Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen werden kann. Auch die Herztätigkeit muss nachweisbar sein. Sollte der letzte Krebsabstrich länger zurückliegen wird auch dieser entnommen. Eine Beurteilung des Scheidensekrets bezüglich des pH Wertes und des mikroskopischen Bildes ist unumgänglich.

Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen

Insgesamt gibt es 5 derartige Untersuchungen. Dabei sollte immer der Muttermund am gynäkologischen Stuhl angeschaut werden. Weiters Bestimmung des pH Wertes und mikroskopische Untersuchung des Scheidensekretes. Eine Ultraschalluntersuchung von der Scheide her zur Längenmessung des Gebärmutterhalses und damit zur Früherkennung einer Verkürzung oder Öffnung des Muttermundes sollte zur Erkennung einer drohenden Frühgeburt unbedingt bei jeder Untersuchung gemacht werden. Das kindliche Wachstum, sowie dessen Wohlbefinden ist durch Bauchultraschalluntersuchungen zu überwachen.

Blutuntersuchungen

Sind bis zur 16. Schwangerschaftswoche, zwischen 25. und 28.Schwangerschaftswoche, sowie in der 34. Schwangerschaftswoche wenn notwendig, durchzuführen.

Blutzuckerbelastungstest

In der 24.-26. Woche. Dieser Test dient zur Erkennung eines ev. Zuckerproblems. Die Mutter, und damit das Kind, können, wenn notwendig, behandelt werden. Mit exakten und umfassenden Vorsorgeuntersuchungen, sowie einer kooperativen Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus, kann bei auffälligen Befunden durch ein frühzeitiges Handeln das Auftreten von Schäden für Mutter und Kind verhindert, oder zumindest verringert werden und so auch ein Problemschwangerschaft zu einem guten und gesunden Ausgang kommen.

Zusätzliche Untersuchungen

Nackentransparenzmessung

Zwischen der 11.-13. Woche kann die Nackenfalte des Kindes gemessen und damit ein Risiko für Mongolismus abgeschätzt werden und ev. eine Fruchtwasseruntersuchung empfohlen werden. Zusätzlich können auch noch 2 mütterliche Hormone in die Risikoberechnung mit einbezogen werden.

Organscreening

Eine spezielle Untersuchung kann zwischen der 20.-23. Woche mit einer exakten Beurteilung der Organsysteme durchgeführt werden, sodass damit ein Großteil an erkennbaren Fehlbildungen ausgeschlossen werden kann.

Abstriche

Die häufigste Ursache von Spätaborten oder Frühgeburten sind Infektionen. Zusätzlich zur pH Messung und zur mikroskopischen Untersuchung sollte ein bakteriologischer Abstrich, sowie ein Chlamydienabstrich durchgeführt werden. Bei entsprechenden Befunden muss eine antibiotische Therapie eingeleitet werden. Diese Untersuchung kann auch Keime zeigen, die für die Mutter bedeutungslos sind, die aber bei der Geburt zu einer schweren kindlichen Infektion führen können. Diese Infektion kann durch eine antibiotische Therapie unter der Geburt verhindert werden.