Wechseljahre

Hormone für alle Frauen! Sind alle Frauen für Hormone?

Die Wechseljahre, Angst vieler Frauen? Zwischen Anfang und Mitte vierzig spüren die meisten Frauen erste Anzeichen, ohne dass es zu bedeutenden körperlichen Beeinträchtigungen kommt. Erst wenn die Eierstöcke ihre Hormonproduktion erheblich reduziert haben, gerät das körperliche Gleichgewicht aus dem gewohnten Takt. Hitzewallungen, Unruhe, Herzrasen, depressive Verstimmung sind untrügliche Zeichen des beginnenden Wechsels. Ungefähr 20% aller Frauen bleiben von solchen Beschwerden verschont. Außerdem treten Knochenschwund, ungewollter Harnverlust oder Herzprobleme als Folge der Hormonumstellung gehäuft auf.

Die 3 Phasen der Hormonumstellung

  1. Praemenopause: Rückgang der Hormonproduktion vor der letzten Regelblutung, jedoch noch ohne typische Beschwerden.
  2. Perimenopause: Einsetzen der typischen Beschwerden, Dauer 2-4 Jahre nach der letzten Regelblutung.
  3. Postmenopause: Zeitraum danach bis etwa zum 65. Lebensjahr.

Um Klarheit über die aktuelle Hormonsituation zu erhalten, ist die Bestimmung der Hormonwerte unerlässlich. Mit diesen Werten ist zusätzlich auch eine schlüssige Aussage über die Möglichkeit, noch schwanger zu werden, möglich.

Behandlungsformen

Anfänglich reicht meist die Zufuhr von Gelbkörperhormon völlig aus. Dies kann einerseits durch Tabletten oder Scheidenkapseln erfolgen, aber auch durch die bekannten Gelbkörperhormon enthaltenden Verhütungsmittel wie die Hormonspirale, Implanon oder 3-Monatsspritze. Später sollte eine Kombination von Östrogenen und Gelbkörperhormon verabreicht werden. Entweder werden die Hormone zyklisch verabreicht, sodass eine absichtlich herbeigeführte Monatsblutung daraus resultiert oder bei kontinuierlicher Gabe eine Blutung ausbleibt.

Ausnahme

Auf eine Gelbkörperhormonzufuhr kann nach einer Gebärmutterentfernung verzichtet werden.

Die Hormone können nun als Tabletten, Pflaster, Pflaster mit Tabletten, oder Gel mit Tabletten verabreicht werden. Die Auswahl des optimalen Hormonpräparates erfolgt nach einer gynäkologischen Untersuchung und nach eingehender Besprechung mit der Patientin über Vor- und Nachteil des entsprechenden Präparats.

Unerwünschte Nebenwirkungen können Blutungsstörungen, Brustspannen, Übelkeit und Gewichtszunahme sein.

Alternativen

Da aber durchaus nicht alle Frauen starke Wechselbeschwerden haben oder Hormone einnehmen wollen, muss man nach Alternativen suchen, um auch diesen Frauen ein entsprechendes Therapieangebot machen zu können. Mit Naturheilmitteln kann zwar nicht der Hormonmangel ausgeglichen werden, wohl aber kann man die Beschwerden lindern. Eine ausreichende Zahl an Mitteln steht in diesem Bereich zur Verfügung, die mit entsprechender Erfahrung und Absprache mit der Patientin eingesetzt, durchaus auch zum gewünschten Erfolg führen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist sicher die Kenntnis der Knochendichte. Besteht eine Osteoporose und die Patientin möchte keine Hormone, so sollte der Knochen direkt behandelt werden. Diese Medikamente sollen die Zellen des Knochenabbaus hemmen (Östrogene bewirken eine Steigerung der Aktivität knochenaufbauender Zellen) und so zu einem Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau führen.