Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Sexuell übertragbare Erkrankungen

Diese Erkrankungen stellen eine sehr bunte Gruppe an Erkrankungen dar. Sie werden alle durch sexuelle Kontakte übertragen. Je mehr Partner, desto größer wird das Risiko der Infektion. Die meisten Geschlechtskrankheiten könnten durch geschützten Verkehr vermieden werden. Anfänglich machen diese Erkrankungen meist keine Beschwerden.

Chlamydieninfektionen

Chlamydien sind Erreger die einerseits eine eitrige Bindehautentzündung am Auge, andererseits durch sexuelle Übertragung eine Eileiterentzündung verursachen können. Neugeborene können bei der Geburt eine Augenentzündung und in sehr seltenen Fällen eine Lungeninfektion bekommen. Chlamydieninfektionen machen meist keine wesentlichen Beschwerden. Lediglich Ausfluss oder Blutungen nach dem Verkehr können darauf hinweisen. Die Gefahr einer nicht erkannten Infektion besteht darin, dass im Bauchraum Verwachsungen entstehen können, die in weiterer Folge zu Beschwerden, und vor allem zu Kinderlosigkeit führen können. In der Schwangerschaft können Chlamydien vermehrt vorzeitige Blasensprünge (Frühgeburt) auslösen. Die Diagnose wird durch einen speziellen Abstrich vom Muttermund, ev. auch im Rahmen einer Bauchspiegelung von den Eileitern durchgeführt. Auch ein Nachweis im Blut kann versucht werden. Behandlung: Diese erfolgt durch Antibiotika für mindestens 2 Wochen. In der Schwangerschaft müssen spezielle Medikamente verwendet werden.

Herpes genitalis

Wird durch das Herpes Simplex Virus Typ II ausgelöst (Typ I führt zu den allseits bekannten Fieberblasen). Das Virus befällt Haut und Schleimhäute, führt dort zu Rötung und Gruppen von kleinen mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen. Die Infektion beginnt 3 bis 9 Tage nach der Ansteckung. Die Beschwerden können ganz unterschiedlich sein. Meist tritt ein Brennen im Genitalbereich auf, weiters können Fieber oder Kopfschmerzen auftreten. Die Bläschen platzen und werden zu kleinen Geschwüren, die dann nach 2 bis 3 Wochen abheilen (Erstinfektion). Das Virus bleibt aber ständig im Körper und kann immer wieder neu ausbrechen. Auch die Ausbreitung auf Mund und Rachen beim Oralverkehr ist möglich. Die Diagnose kann durch einen speziellen Abstrich aus den Bläschen bestätigt werden.

Behandlung

Eine Entfernung des Virus aus dem Körper ist nicht möglich. Lediglich die Ausbruchhäufigkeit kann durch Medikamente verringert werden. Während eines Ausbruchs sollte man auf Verkehr verzichten. Auch außerhalb dieser Zeit sollten Kondome verwendet werden. Eine Ersterkrankung in der Schwangerschaft, insbesondere nahe der Geburt oder auch eine neuerliches Aufflammen vor der Geburt macht ev. einen Kaiserschnitt notwendig.

Feigwarzen

Sind Infektionen mit Papillom Viren. Es entstehen etwa stecknadelkopfgroße, blumenkohlartige Gewebswucherungen, die in der Scheide, am Scheideneingang oder auch am Mastdarm auftreten können. Von der Ansteckung bis zum Auftreten vergehen mindestens 2 bis 4 Wochen, es können jedoch auch Monate vergehen. Die Warzen machen fast keine Beschwerden, lediglich Jucken kann auftreten.

Behandlung

Lokales Betupfen kann versucht werden, besser ist jedoch die chirurgische Entfernung mittels Laser. Regelmäßige Nachkontrollen sind notwendig, da die Warzen eine hohe Neigung zum Wiederauftreten zeigen.

Tripper

Auslöser sind die Gonokokken. Die Hauptinfektionsquelle stellt der Geschlechtsverkehr dar. Beschwerden treten bei Frauen kaum auf. Dadurch erfolgt die Diagnose meist spät. Unfruchtbarkeit kann die Folge sein. Lediglich etwas vermehrter Ausfluss oder Brennen beim Harnlassen treten auf. Infizierte Schwangere können ihre Kinder unter der Geburt anstecken. Es kann dabei zu ernstlichen Augenentzündungen beim Neugeborenen mit ev. späterer Erblindung kommen. Die Diagnose wird mit einem Abstrich gestellt.

Behandlung

Penicillin ist das gebräuchlichste Mittel. Bei einer Allergie stehen andere Medikament zur Verfügung.

Syphilis

Diese Erkrankung kommt heute sehr selten bei uns vor, die Ansteckung erfolgt heute meist im Ausland (Afrika und Asien). Gefahr besteht in der Schwangerschaft, da das Ungeborene bereits im Mutterleib infiziert werden kann. Durch die Infektion treten Geschwüre im Bereich der Schamlippen auf, die auch unbehandelt nach einigen Wochen abheilen. In weiterer Folge zeigt sich ein unspezifischer Hautausschlag, der ebenfalls ohne Behandlung verschwindet. Der Erreger aber bleibt ohne Behandlung im Körper, sodass es zu Spätfolgen an Herz, Gefäßen und Nervensystem kommen kann. Der Nachweis erfolgt durch eine Blutuntersuchung.

Behandlung

Penicillin ist auch hier das Mittel der ersten Wahl. Bei frühzeitiger Behandlung heilt die Syphilis vollständig aus.

AIDS

Ist eine Viruserkrankung, die den Stoffwechsel der weißen Blutkörperchen ausnutzen. Gefährdet sind Homosexuelle, Drogenabhängige, aber auch Personen mit sehr häufig wechselnden Partnern. Haupterkrankungsgebiete sind Afrika, Asien und die Karibik. Das Virus findet sich in Körperflüssigkeiten, unter anderem in der Samen- sowie der Scheidenflüssigkeit. Eine Ansteckung mit Aids kann entweder mit grippeähnlichen Beschwerden in den ersten 6 Wochen einhergehen, oder stumm (keinerlei Beschwerden) verlaufen. Auch ohne Krankheitszeichen kann eine Person eine andere anstecken. Mit fortschreitendem Befall der weißen Blutzellen wird die Abwehrkraft immer geringer und sonst völlig harmlose Infektionen können zu schweren Verläufen bei solchen Patienten führen. Der Nachweis erfolgt durch Blutuntersuchungen. Das ist frühestens 6 bis 12 Wochen nach der Infektion möglich. Der durchschnittliche Zeitraum bis zum Ausbruch der Krankheit ist 5 bis 15 Jahr.

Behandlung

Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Lediglich eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufes kann mit verschiedensten Medikamenten erreicht werden.

Bei allen sexuell übertragbaren Erkrankungen ist die Mitbehandlung des Partners unbedingt notwendig!