Infektionen der Vagina

Woher kommen sie? Warum vergehen sie nicht?

Eine Scheideninfektion ist normalerweise verbunden mit Ausfluss und Juckreiz, oder Reizung des Scheideneingangs mit Brennen. Der Ausfluss kann einen unangenehmen Geruch haben. Die 3 häufigsten Scheideninfektionen sind hervorgerufen durch Pilze, Gardnerella und Trichomonaden.

Normalerweise hat die Scheidenflüssigkeit einen pH-Wert unter 4,5 und der Ausfluss ist gering, klar oder leicht weißlich, flockig, geruchlos. Im Ausstrich unter dem Mikroskop findet man reichlich Milchsäurebakterien und wenige weiße Blutkörperchen.

Bei einer Pilzinfektion ist der pH-Wert ebenfalls unter 4,5 ,der Ausfluß ist weiss, bröckelig und klebrig. Im Mikroskop sieht man Pilzfäden, weiße Blutkörperchen und wenig Milchsäurebakterien. Der Scheideneingang ist gerötet und es juckt.

Bei der bakteriellen Infektion (Gardnerella) ist der pH-Wert über 4,5, der Ausfluss ist vermehrt, grau-weißlich, leicht übelriechend (Fischgeruch), dünnflüssig. Im Mikroskop findet man sogenannte „Schlüsselzellen“, das sind von Bakterien befallene Zellen, wenig Milchsäurebakterien, wenig weiße Blutkörperchen.

Bei der Trichomonadeninfektion ist der pH-Wert über 4,5 und der Ausfluss ist vermehrt, gelbgrün, schaumig, eventuell auch übelriechend. Im Mikroskop sieht man die sich bewegenden Trichomonaden. Der Scheideneingang ist gerötet und es brennt.

Die Behandlung

Pilzinfektionen werden mit Tabletten zum Schlucken oder mit Scheidentabletten, sowie einer Cremeanwendung behandelt. In der Schwangerschaft verwendet man nur Scheidenzäpfchen. Bei wiederholten Infektionen kann man auch mit Teebaumöl- und Grapefruitkernextraktkapseln über längere Zeit versuchen, die Infektion in den Griff zu bekommen. Teebaumölpräparte dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Der Partner ist nur bei wiederholten Infektionen mit zu behandeln.

Bakterielle Infektionen (Gardnerella) lassen sich sehr gut mit Vitamin C Scheidentabletten (Ascorbinsäure) behandeln. Dabei wird durch die Ascorbinsäure das Scheidenmilieu gebessert und die Lebensbedingungen der Bakterien zerstört. Eine Partnerbehandlung ist nicht notwendig.

Trichomonaden können durch eine antibiotische Behandlung bekämpft werden. Hier muss der Partner mit Tabletten mitbehandelt werden.

Wichtig bei allen Scheideninfektionen ist es, das man nicht in einem übersteigerten Reinlichkeitsbefürfnis sich mehr wäscht und auch noch mehr Seife oder Waschlotion verwendet, da dabei das Scheidenmilieu erst recht zerstört wird, und so durch eine verminderte lokale Abwehr der Weg für neue Scheideninfektionen frei wird. Bei wiederholt auftretenden Scheideninfektionen kann durch eine mesotherapeutische Mikrovaccination der Kreislauf immer wiederkehrender Infektionen durchbrochen werden.